Grussworte |
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Grußwort
zum 20-jährigen Bestehen der Schachfreunde Heimersheim 1980
Die
Schachfreunde Heimersheim ein „Club der Geräuschlosen“? Diese
Eigensicht des Vereins, wie sie die Einladungzum
20-jährigen Jubiläum suggeriert, mag für vieles zutreffen,
z.B. dafür, dass das Schachspiel nun einmal keine spektakuläre
Außenwirkung mit allen denkbaren Begleiterscheinungen besitzt. Aber
hier gilt das gleiche wie beim Blick auf die Stellung der Figuren auf dem
Brett selbst: „Genauer hinschauen!“
Zunächst
einmal sind die Schachfreunde Heimersheim für alle, die sich dort
engagieren, eine Bereicherung ihres eigenen Lebens, nicht mehr, aber auch
nicht weniger als das. Die Faszination, die von den 24 Spielfiguren und
ihren Möglichkeiten ausgeht und das, was man individuell aus diesen
Möglichkeiten konzentriert und kreativ macht, bedeutet für jeden
und immer wieder aufs Neue Herausforderung und Bewährung. Der persönliche
Gewinn daraus ist natürlich nicht „messbar“, er ist „geräuschlos“,
aber deswegen alles andere als ohne Wirkung oder Erfolg.
Darüber
Hinaus ist ein Verein wie die Schachfreunde Heimersheim trotz aller Individualität
seiner Mitglieder alleine schon durch deren gemeinsame Interessen und Ziele
ein Stück Heimat, und das bedeutet ein Ort, an dem man sich wohl fühlt. Und
schließlich: Die Schachfreunde konzentrieren sich nicht ausschließlich
auf das Brett, sie kapseln sich in Heimersheim nicht ab, sondern sie haben
mit vielen Aktivitäten vor Ort bewiesen, dass sie zur Gemeinschaft
gehören. Dafür gebührt ihnen Dank.
Das
Fazit: Auch ein „Club der Geräuschlosen“, die vermutlich „Stillen“
also, bewirkt etwas, mehr jedenfalls als viele Lautstarken. Für das
nächste Jahrzehnt wünsche ich den Schachfreunden Heimersheim
„Glück auf“.
Knut
Benkert Bürgermeister
von Alzey
Grußwort
zum 20-jährigen Bestehen der Schachfreunde Heimersheim 1980
Zum
20-jährigen Bestehen der Schachfreunde Heimersheim möchte ich
recht herzlich gratulieren. Hat doch der Verein seit seiner Gründung
in vielfacher Weise dargestellt, dass er eine wertvolle Bereicherung für
den Stadtteil ist. Und dies nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern vor
allem für die Jugend, die in der heutigen Zeit nach Alternativen sucht,
und viele haben sie im Schachclub gefunden. Und
viele unserer Bürger sagen: „Was ihr tut, ist
wichtig. Und wie ihrs tut ist richtig!“ In
diesem Sinne weiter so! Mit
allen guten Wünschen für ein erfolgreiches Fest und für
die Zukunft F.
Thur Ortsvorsteher
von Heimersheim
Grußwort
zum 20-jährigen Bestehen der Schachfreunde Heimersheim 1980
Sehr
verehrte Gäste, liebe Schachfreunde, ich
spreche heute Abend in einer Doppelfunktion zu Ihnen. Zum einen als Vorsitzender
der Schachfreunde Heimersheim und zum anderen als Vorsitzender des Dachverbandes,
des Schachbundes Rheinhessen, dem innerhalb des geographischen Städtedreiecks
Mainz, Bingen und Worms mehr als 30 Vereine mit rund eintausend Spielerinnen
und Spieler angehören. Im Namen des Schachbundes darf ich als Funktionär
allen Vereinsmitgliedern und anwesenden Gästen die besten Glückwünsche
zum Vereinsjubiläum übermitteln und auch für die nächsten
Jahrzehnte im neuen Jahrtausend alles Gute wünschen, nicht nur am
Brett, sondern auch in allen anderen Bereichen des Vereinslebens.Meine
Festrede ist auch gleichzeitig das Grußwort einer kleinen Festschrift
die Sie auf Ihren Plätzen vorgefunden haben, welche unter tatkräftiger
Mitarbeit meines 2. Vorsitzenden Matthias Krenzer in nur kurzer Zeit entstanden
ist.
Eine
alte deutsche Volksweisheit besagt jeder Taler habe zwei Seiten. Ähnlich
verhält es sich auch mit einem 20-jährigen Vereinsjubiläum.
Diese Zeitspanne ist für die meisten Vereine oder Institutionen relativ
kurz. Viele Sport- und Ortsvereine blicken auf eine Tradition, die zum
Teil bis weit in das 19. Jahrhundert zurückreicht. Für einen
Schachverein hingegen bedeuten diese Jahre jedoch außerordentlich
viel.
Begonnen
hatte alles als eine Art Interessensgemeinschaft für das königliche
Spiel im Jahre 1980. Man fand sich im damaligen Gasthaus "Zum Vadder" in
Heimersheim zusammen und wurde bald von den Außenstehenden mit süffisantem
Lächeln "Der Club der Geräuschlosen" genannt. Ich glaube allen
Gründungsmitgliedern ist noch die ganz besondere Atmosphäre der
ersten Zeit in Erinnerung, in der im sogenannten "Sälche" gespielt
wurde, bevor man dann in die alte Dorfschule hinüberwechselte. Jeder
hatte den Eindruck einer verschworenen Gemeinschaft - den "Schachbären"
- anzugehören, die sich regelmäßig trafen, um schwarz-weiße
"Messen" zu zelebrieren.
Zahllose
Feste, Festchen, Schachturniere, Grillpartys, Sommerfeste, Weihnachtsfeiern
und Ausflüge, eine Vereinszeitschrift "Bärenkurier" sowie eine
Festschrift bereits zum 10-jährigen Bestehen dokumentierten in den
zwei Jahrzehnten das zweite Standbein des Vereins neben dem rein sportlichen
Aspekt - die soziale Komponente. Man versteht, kennt und vertraut sich
untereinander.
Schon
der normale Vereinsabend am Freitag ist für viele ein fest eingeplanter
Termin in jeder Woche. Interne Vereinsmeisterschaften, Blitz- und Pokalmeisterschaften
füllen neben den offiziellen Mannschaftswettkämpfen das schachliche
Leben aus. Der
Mikrokosmos Schach verbindet, nicht nur im Geiste. Dementsprechend unterhielten
die "Heimersheimer Schachbären" Partnerschaften mit Limburg an der
Lahn, Leverkusen-Hittdorf und nicht zuletzt mit dem Bundesligaverein Schott
Mainz, mit dem jedes Jahr ein gemeinsames Sommerfest gefeiert wird.
Unvergessen
auch die Weihnachtsfeiern in den Blockhäusern von Nieder-Wiesen -
Lebensfreude und Kameradschaft pur. Auch innerhalb des Ortes entfalteten
die Schachfreunde Aktivitäten, auch wenn die Mehrzahl der Mitglieder
nicht in Heimersheim ansässig sind. Neben der selbstverständlichen
Hilfe bei Veranstaltungen anderer Ortsvereine übernahm man die Hege
und Pflege der örtlichen Bushaltestelle. Vor allem die älteren
Hobby-Gärtner des Vereins sorgten dafür, das die Haltestelle
wieder in das schmucke Ortsbild hineinpasste. Belohnt wurden wir dafür
durch die Setzung eines "Gedenksteines" durch den Ortsvorsteher Herrn Friedel
Thur. Ab
der Spielsaison 1982/83 nahm man erstmals mit einer 8er Mannschaft an einer
offiziellen Meisterschaft des Schachbundes Rheinhessen in der Kreisliga-Süd
teil, wobei man auf Anhieb die Meisterschaft errang. Von da an ging es
sportlich fast immer bergauf und auch die Mitgliederzahl stieg mit den
Jahren um ein beträchtliches an. Den Höhepunkt erreichten die
Schachfreunde 1995 - dort nahm man mit fünf Mannschaften am rheinhessischen
Spielbetrieb teil. 43 Spielerinnen und Spieler kämpften in den verschiedenen
Klassen um Punkte und den Titel. Während
des letzten Jahrzehnts hielten sich dann sportlicher Auf- und Abstieg die
Waage. Der ersten Mannschaft gelang es mehrmals dank konstanter Leistungen
bis in die oberste Spielklasse Rheinhessens aufzusteigen. Der
sportliche Höhepunkt der Vereinsgeschichte war jedoch ohne Zweifel
das 1. Gustav-Müller-Gedächtnis-Turnier im Mai des Jahres 1994,
an dem nicht weniger als 14 nationale und internationale Titelträger,
darunter die Großmeister Tschernin, Hickl, Gurevich, Khenkin, Glek
und Kweinys teilnahmen. Insgesamt stritten 73 Spieler aus Deutschland und
Österreich in zwei nach Stärke unterteilten Gruppen um den Sieg.
Noch nie fand bis heute innerhalb des Schachbundes Rheinhessen oder in
Rheinland-Pfalz ein derart stark besetztes Schnellturnier statt. Das
Jahr 1992 brachte einen Einschnitt in der Vereinsgeschichte. Holger Brand
trat aus beruflichen Gründen von seinem Amt als Vorsitzender zurück
und meine Person wurde mehr oder weniger gedrängt nun vom Pressewart
zum "Präses" zu avancieren. An dieser Stelle sei Holger Brand noch
einmal für seine langjährige Aufbauarbeit gedankt, die er mit
Energie, Ausdauer und Herz leistete. Er und sein damaliger Vorstand haben
die Grundlagen des Vereins geschaffen, auf dem die Schachfreunde Heimersheim
heute stehen. Deren Arbeit wurde in den vergangenen Jahren von einem eingespielten
Mitgliederstamm auf sportlichem und gesellschaftlichen Feld konsequent
weitergeführt. Leider
wurde der Verein von Sterbefällen nicht verschont. Die Schachfreunde
Johann Greschik, Günther Müller und Gerhard Klar werden wir immer
in ehrenvoller Erinnerung behalten. Bedauerlicherweise
mussten die Schachfreunde in den letzten Jahren erhebliche Spielerausfälle
verkraften, was durch Neuzugänge u. a. durch Spieler aus Mainz, Worms
und Pfeddersheim nur unzureichend abgedeckt werden konnte. Aus diesem Grund
wurden für die vergangene Saison 1999/2000 nur zwei Mannschaften ins
Rennen geschickt. Zu allem Überfluss erhielt man im Jubiläumsjahr
sportlich gleich zwei Dämpfer. Die erste Vertretung des Vereins musste
wieder einmal den Weg in die Zweitklassigkeit ( 2. Rheinhessenliga ) antreten,
die zweite Mannschaft stieg ebenfalls in die nächst untere Klasse
( Bezirksliga ) ab. Aufgrund aktueller Verstärkungen planen jedoch
beide Mannschaften für die kommende Saison den direkten Wiederaufstieg.
Da zur Zeit der Verein wieder aus 31 aktiven Mitgliedern besteht, wird
die Meldung einer dritten Mannschaft in diesem Jahr ( Kreisklasse ) wahrscheinlich.
Lässt
man die vergangenen zwanzig Jahre Revue passieren, ist es fast wie im richtigen
Leben, eine Berg- und Talbahnfahrt. Was bleibt sind die Menschen innerhalb
des Vereins, mit ihren Stärken und Schwächen - nicht nur auf
den 64 Feldern des Schachbretts. Gemeinsam zu spielen, zu gewinnen aber
auch zu verlieren, Feste zu feiern und Probleme zusammen zu lösen
- das steht für zwanzig Jahre Schachfreunde Heimersheim - dem "Club
der Geräuschlosen".
Mit freundlichem Schachgruß Ralph Biewer
1.
Vorsitzender Schachfreunde Heimersheim 1980
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