29.08.06 Turnier Autor: Timo Büdenbender Neue Gesichter ganz oben Alex-Dawidowski-Turnier 2006 ein voller Erfolg
Mit 50 Teilnehmern aus 19 Klubs verzeichnete das Heimersheimer Aushängeschild einen neuen Teilnehmerrekord und bot dabei ebenfalls das beste Teilnehmerfeld seit Bestehen auf. Anders als 2004 war man auf den Ansturm jedoch vorbereitet und hatte kurzfristig Spielmöglichkeiten über die geplanten 48 Teilnehmer hinaus organisiert, die aufgrund einiger Absagen in letzter Minute jedoch nicht ausgereizt werden mussten. Mit dabei unter anderem neun Mann vom SK Feilbingert, acht Heimersheimer und je ein volles Auto aus Heilbronn und Gau-Algesheim. Zur Freude der Heimersheimer war mit Thomas Breckner dieses Mal auch einer der Alzeyer Nachbarn zu Gast. Die Suche nach eindeutigen Favoriten fiel schwer, gaben doch acht der elf Teilnehmer mit einer DWZ von über 2000 ihr Debüt beim Alexander-Dawidowski-Turnier. Ein besonderes Augenmerk galt mit Sicherheit aber der Nr. 1 der Setzliste, Hans-Jürgen Koch (Kaiserslautern/Mehlingen), den Kurpfälzern Georg Diosu (Reilingen) und Fedor Dushatskiy (Heidelberg-Kirchheim) sowie dem Binger Duo Alexander Lawrenz und Matthias Dann.
Da es leider auch Absagen in Form von Nichterscheinen gab und ein Zahlendreher eine Neuauslosung der 1.Runde nötig machte, begann das Turniergeschehen etwas später als sonst; ab Runde 2 gab es dann aber keine nennenswerten Zwischenfälle mehr. In der Auftaktrunde waren es Valon Durmisi (Heilbronn) und Thomas Breckner, die für Überraschungen sorgten. Außerdem machte Stefan Grohe den Neu-Rheinhessen Alexander Lawrenz gleich mit dem Heimersheimer Kampfgeist bekannt und Felix Kling demonstrierte gegen Fedor Dushatskiy, dass mit ihm „Bis DWZ 1900“ wieder zu rechnen sein würde. Ansonsten gab die obere Hälfte der Setzliste noch zwei Remis ab. Im zweiten Durchgang halbierte sich die Führungsgruppe auf elf Spieler, wobei Volker Bäder (Feilbingert) Georg Diosu schockte. Farid Resa, Vorjahressieger der Wertung „Bis DWZ 1600“; machte mit einem Remis gegen den 400 Punkte besseren Gabriel Mischke (Feilbingert) dessen missglückten Beginn perfekt. Das größte Ausrufezeichen setzte aber der Heilbronner Nachwuchsspieler Philipp Wenninger gegen den 500 Punkte besseren Blerim Nuli (Heimersheim).
Übersichtlich wurde es an der Spitze dann in Runde 3: Lediglich Hans-Jürgen Koch, Matthias Dann und Frank Osmanovic behielten ihre weiße Weste. Direkt dahinter Valon Durmisi, den auch ein DWZ-Nachteil von 500 Punkten gegenüber Rudolf Meier (Kirchheim-Bolanden) nicht aufhielten. Aus Heimersheimer Sicht erfreute Jury Beljaevs Sieg gegen Matthias Becker (Gau-Algesheim), dagegen zog Frank Müßig gegen den Heilbronner Jens Ackermann den Kürzeren. Im Erdgeschoss, wo die Bretter 21-25 ohne große Zuschauertrauben spielten, fuhr Fedor Dushatskiy nach zwei Pleiten den ersten Zähler ein. Vor der Mittagspause waren dafür umso mehr Kiebitze beim ersten potentiellen Endspiel Dann - Koch zur Stelle und sahen, wie der Pfälzer Oberliga-Spieler die alleinige Führung übernahm. Hinter ihm bildeten Klaus Thönnessen (Feilbingert) und Erich Siebenhaar (Schott Mainz) mit 3,5 aus 4 das Verfolgerrudel, das sich aber zunächst mit der Jagd nach Spießbratenbrötchen begnügen musste. Insgesamt warfen die DWZ-starken Spieler noch einmal alles in die Waagschale und ließen keinen nennenswerten Überraschungen zu.
Zu Beginn des zweiten Teils hatten Hans-Jürgen Koch und Erich Siebenhaar wohl noch nicht zu Ende verdaut - jedenfalls stand an Brett 1 an Remis, das selbst Großmeister kaum schneller hinbekommen hätten. Damit schloss einer der größten Fans des Turniers, Klaus Thönnessen, zum Führenden auf, indem er Georg Diosu bezwang. Nach vier Siegen in Folge war auch Alexander Lawrenz wieder in Angriffsposition, ebenso der 2003er-Sieger Volker Kropp (Mombach) und Frank Osmanovic. Im Mittelfeld übernahm Felix Kling wieder die Führung „Bis DWZ 1900“, währen Valon Durmisi „Bis DWZ 1600“ weiterhin das Geschehen kontrollierte. In der Jugendwertung schien die wichtigste Frage, ob Matthias Dann aufs Podest kommen und den Preis weitervererben würde oder nicht. In der inoffiziellen Wertung „wer überwindet den größten DWZ-Unterschied“ gelang Philipp Wenninger eine Vorentscheidung: 725 Punkte weniger und trotzdem gewonnen - das machte ihm keiner mehr nach! In Runde 6 wuchs die Spitze auf vier punktgleiche Spieler à 5 Zähler an: Eine Punkteteilung zwischen Klaus Thönnessen und Hans-Jürgen Koch erlaubte Erich Siebenhaar und Alexander Lawrenz, mit Erfolgen gegen Klaus Seeger (Heidelberg-Handschuhsheim) bzw. Frank Osmanovic aufzuschließen. Frank Müßig war nach seinem vierten Sieg punktgleich mit Rang 6 und zu diesem Zeitpunkt größte Heimersheimer Hoffnung. An Brett 8 feierte Fedor Dushatskiy gegen Volker Bäder seinen vierten Sieg in Serie und war auf einmal wieder an den vorderen Brettern zu finden.
Das letzte Drittel des Turniers brachte zunächst das nächste potentielle Endspiel Koch - Lawrenz. Hier behielt der Lauterer mit Weiß die Oberhand und setzte sich erneut mit einem halben Zähler Vorsprung vom Rest ab - Erich Siebenhaar und Klaus Thönnessen hatten in ihrem Duell keinen Sieger gefunden. In Schlagdistanz außerdem Fedor Dushatskiy, Matthias Dann, Martin Galbraith (Gau-Algesheim), Klaus Häfner (Ladenburg) und Lutz Müller (Bad Königshofen). Als Lohn für fünf Partien hintereinander in Folge ohne Niederlage winkte Michail Minz (Gau-Algesheim) an Brett 1 Hans-Jürgen Koch. Und mit einem Remis sorgte der rheinhessische Vize-Seniorenmeister dafür, dass für die letzte Runde noch alles offen blieb. Erich Siebenhaar und Klaus Thönnessen verabschiedeten sich hingegen aus dem Kreis der Sieganwärter, ihre Bezwinger Fedor Dushatskiy und Alexander Lawrenz brachten sich dafür umso besser in Position. Noch besser sah es allerdings für Matthias Dann aus, der die Verfolgergruppe nach Buchholz-Punkten anführte. Klaus Häfner komplettierte das Quartett, das mit 6,0 Punkten einen halben Zähler hinter Hans-Jürgen Koch lag. Währen Erkhem Dushchuluun (Heimersheim) nach acht Runden die Kategorie „Bis DWZ 1900“ anführte, hatte Valon Durmisi den Preis „Bis DWZ 1600“ nach einem Erfolg im Heilbronner Duell gegen Philip Wenninger bereits vorzeitig sicher.
Die entscheidenden Begegnungen lauteten nun Koch - Dushatskiy, Häfner - Lawrenz und Dann - Siebenhaar. Das einzige Remis, diesmal ausgekämpft bis zum Fall des Zeitblättchens, gab es dabei an Brett 3, womit nun die anderen Partien darüber entschieden, welchen Preis Matthias Dann am Ende gewinnen würde. Inmitten der Kiebitze setzte Feder Dushatskiy seine Siegesserie fort - insgesamt sieben auf einen Streich, und wer weiß, wie lange er noch gesiegt hätte, wäre nach der neunten Runde nicht Schluss gewesen… Hans-Jürgen Koch war damit nach acht Runden an der Spitze noch gestürzt worden! Feder Dushatskiy hatte also vorgelegt, doch seine Tour ins Erdgeschoss hatte die Buchholz natürlich dermaßen nach unten gezogen, dass ihn sowohl Klaus Häfner als auch Alexander Lawrenz mit einem Sieg überholen konnten. Am Ende war es der Binger, der in dieser Begegnung siegreich blieb und als erster Alexander das Alex-Dawidowski-Turnier für sich entschied! Hinter ihm also Fedor Dushatskiy und Hans-Jürgen Koch, dem so neben der besten Buchholz im Turnier immerhin ein Platz auf dem Treppchen erhalten blieb. Es folgten Klaus Thönnessen, Matthias Dann sowie Erich Siebenhaar und Volker Kropp, allesamt ebenfalls mit besserer Buchholz als das Siegerduo. Matthias Dann gewann damit die Jugendwertung. „Bis DWZ 1900“ sah es für Erkhem Dushchuluun gegen Frank Osmanovic zunächst schlecht aus, doch im frühen Endspiel kam die Wende, die ihm kurz vor Ablauf der Zeit den vollen Punkt und Rang 10 bescherte. Der Student sorgte damit für den ersten Heimersheimer Erfolg nach langer Durststrecke. Die Sieger komplettierte Valon Durmisi, der in der Wertung „Bis DWZ 1600“ am Ende 1,5 Zähler Vorsprung hatte.
So ereignete sich die richtige Sensation des Turniers in der Kuchenwertung. Der bis dato unangreifbare Maulwurfkuchen wurde überraschend vom neuen Herausforderer Maracuja-Sahne Kuchen abgehängt. Mit wiederum deutlichem Abstand folgten die anderen drei Mitstreiter. Aus Heimersheimer Sicht überzeugte neben Erkhem Dushchuluun vor allem Stefan Grohe, der sich von Startplatz 29 auf Rang 18 vorspielte. Mit deutlicher Verspätung konnte nach der Siegerehrung dann auch die rheinhessische Mannschaftsführer-Besprechung stattfinden. Neben den zahlreichen Helfern im und um den Verein gebührt auch Erich Siebenhaar ein besonderer Dank für die kurzfristige Bereitstellung zusätzlichen Spielmaterials!
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