Die U12 startet durch – Nach 2 Spieltagen weit vorne
Rückblick 2025/26
In der vergangenen Saison waren unsere U12er mehr oder weniger Punktelieferanten. In 12 Mannschaftskämpfen holten wir zwei Siege, kein Remis und verloren viermal „zu Null“. Damit standen wir am Schluss mit vier Punkten auf dem letzten Platz. In der gesamten Saison wurden 11,5 Brettpunkte geholt.
Saison 2026/27
Es sieht so aus, als könne es in der gerade begonnenen Spielzeit besser laufen. Die 11,5 Brettpunkte wurden bereits nach vier von 14 Spielen (davon zwei spielfrei) erreicht. In der Tabelle stehen wir punktgleich mit Vorwärts Orient I (7:1) an der Spitze. Die „Orientalen“ haben aktuell anderthalb Brettpunkte mehr als wir. Aber die haben noch nicht gegen uns gespielt (😊).
Erste Spiele am 22. August gegen Bodenheim
Bei der U12 werden immer Hin- und Rückspiel nacheinander gespielt. Wir rechneten uns Chancen aus, da die Bodenheimer erstmals antraten und wir bereits einige Erfahrung haben. Ein Selbstläufer war das aber nicht, denn erstens hatten die Bodenheimer Spieler bereits etwas Erfahrung und zweitens gab es bei uns einen Neuling an Brett vier, nämlich Jonathan Görisch, der in Bodenheim sein allererstes Spiel bestritt.
Er hatte erst einige Tage zuvor einen Schnellkurs im Aufschreiben und Uhrdrücken absolviert. Könnte das gelingen? Aber ja; Jonathan spielte gegen einen weiteren Anfänger und konnte tatsächlich gewinnen. Greta Marileen (Brett 1), Alistair (2) und Luca (3) taten es ihm gleich. Kaum zu glauben, aber wir hatten unser erstes 4:0 geschafft.
Nach gerade mal 23 Zügen hätte Jonathan hier bereits mit Schwarz mattsetzen können:

Er übersah dies, gewann aber später überlegen.
Dass man jeden Gegner ernst nehmen muss, zeigte das Rückspiel, das mit 2:2 unentschieden ausging. Und das war völlig verdient. Mit Sicherheit holt Bodenheim noch einige Punkte in dieser Saison.
Spiel drei und vier am 19.9. gegen Vorwärts Orient II
Eine siegreiche Mannschaft sollte man nicht ändern. Also spielten wir in der gleichen Aufstellung, nämlich Greta Marileen (1), Alistair (2), Luca (3) und Jonathan (4). Allerdings hatten wir etwas weiche Knie, denn die Zweite von Vorwärts Orient ist sehr gut aufgestellt. An den ersten beiden Brettern spielen mit Phileas Kessler und Jakob Wolf zwei erfahrene Spieler.
Den ersten Punkt holte einmal mehr Jonathan, der seinem Gegner keine Chance ließ. Luca konnte einige Zeit später mit einem Sieg nachziehen. Wir hatten also das Remis bereits in der Tasche und strebten nach mehr. Doch Greta und Alistair kamen beide in Zeitnot, die Alistair nicht überstand. Zum Glück schaffte Greta in besserer Stellung ein Remis gegen Phileas. 2,5:1,5-Sieg für uns. Wow!
Im Rückspiel spielten wir in gleicher Besetzung, doch Mainz wechselte an Brett vier. Dieser Spieler hatte bereits etwas Praxis und konnte Jonathan schlagen, allerdings übersah dieser eine Rettung kurz vor Schluss. Nun, in der insgesamt vierten Partie seines Lebens kann so was mal passieren. Luca konnte bald danach ausgleichen.
Nun lag es also an den Spitzenbrettern. Trotz eines Fingerfehlers (Figur zu früh losgelassen), der eine Qualität kostete, spielte Alistair ruhig weiter und schob seinen c-Bauern Stück für Stück nach vorne, bis es zu dieser Stellung kam:
Weiß (Alistair) wird gleich seinen Bauern umwandeln, aber auch der Schwarze kann bald seinen a-Bauern, eventuell nach Tc2+, veredeln. Doch dazu kam es nicht mehr, weil Alistair den schwarzen König bald mattsetzte.
Greta ließ an Brett 1 nichts anbrennen und gewann zunächst einen Bauern, nach unvorsichtigem Spiel ihres Gegners auch noch eine Figur und siegte danach recht leicht. Kaum zu glauben, wir hatten auch dieses zweite Spiel gewonnen, und zwar sogar mit 3:1.
Unglaublich, aber nach nur vier Spielen haben wir fast doppelt so viele Mannschaftspunkte wie in der vergangenen Saison. Nun folgen noch zehn weitere Spiele, in denen wir noch ein paar Punkte holen dürften.
Ein paar Takte zum Modus bei der U12
30 Minuten Bedenkzeit sind, trotz des 30-Sekunden-Inkrements, für einige U12-Spieler zu knapp. Unser Appell an den Spielleiter, diese zu erhöhen, blieb leider erfolglos. Doch wir bleiben am Ball und versuchen es weiter. Gretas Remis in Gewinnstellung und auch Alistairs Niederlage auf Zeit sind ein eindeutiges Zeichen.
Als „Erziehungseffekt“ der aktuellen Bedenkzeit wird den Kindern das Signal vermittelt, hektisch zu spielen und nicht zu viel nachzudenken. Ob dies für den Fortschritt und für Einzelmeisterschaften und -turniere hilfreich ist, sei dahingestellt.
Tatsächlich benötigen viele Kinder kaum Bedenkzeit und spielen teilweise nur mit dem Inkrement, wie Folgendes zeigt:
Im Mittelspiel haben beide Spieler mehr Zeit auf der Uhr als zu Beginn.
Doch es zeichnen sich weitere Probleme an den Spitzenbrettern ab, was letzten Endes zu Wettbewerbsverzerrungen führen könnte. Wir werden uns umschauen, ob es anderen Vereinen ähnlich geht.
Thomas Klein


