Harter Fight in Bodenheim – Anna macht den Deckel drauf

Manchmal verrät die Tabelle nur die halbe Wahrheit. Auf dem Papier schien unser Auswärtsspiel am 15. März in Bodenheim eine gute Gelegenheit zu sein, wichtige Punkte zu holen. Wer allerdings vor Ort war, merkte schnell: Das würde ein richtig harter Kampf werden.

Die Bodenheimer hatten – trotz zweier fehlender Stammspieler – eine Mannschaft ans Brett gebracht, die man in dieser Saison so stark kaum gesehen hatte. Mit dieser Aufstellung hätten sie sicher den ein oder anderen Mannschaftspunkt gesammelt. Entsprechend motiviert gingen sie auch in den Wettkampf.

Auch wir nahmen die Aufgabe sehr ernst. Unsere Mannschaft mobilisierte alles, was möglich war – und mit Anna Endreß saß sogar unsere Spitzenspielerin an Brett 1. Ein klares Zeichen: Dieses Spiel wollten wir nicht leichtfertig aus der Hand geben.

Der Wettkampf begann direkt mit einem kleinen Ausrufezeichen: Victor brachte uns früh in Führung und gewann seine Partie an Brett 8 im schnellen D-Zugtempo. Doch wer dachte, das würde ein entspannter Vormittag werden, wurde schnell eines Besseren belehrt.

Die Bodenheimer kämpften an allen Brettern verbissen und hielten den Wettkampf lange völlig offen.

Jochen lieferte sich eine heiße Angriffspartie, in der lange Zeit einiges möglich schien. In der entscheidenden Phase fand er jedoch nicht die gewinnbringende Fortsetzung, sodass die Partie schließlich Remis endete – mit vielleicht sogar leichtem Vorteil für seinen Gegner. Klaus Peter konnte mit einem überzeugenden Sieg einen weiteren Zähler für uns einfahren. Kurz darauf legte Noah nach und baute unsere Führung weiter aus.

Ich selbst bekam es an Brett 3 mit dem DWZ-stärksten Spieler der Gastgeber zu tun. Auf dem Brett entstand eine Alapin-Variante der Sizilianischen Verteidigung. Aus der Eröffnung heraus gelang es mir, einen Bauern zu gewinnen, und über weite Strecken fühlte sich die Stellung auch etwas angenehmer an. Doch mein Gegner verteidigte sich sehr präzise.

Anstatt abzuwickeln, hielt er mit zwei zentralisierten Springern dagegen und blockierte die Stellung immer wieder geschickt. Mein Läufer und Springer fanden keinen entscheidenden Durchbruch. Am Ende blieb ein zähes Endspiel, in dem sich kein Fortschritt mehr erzwingen ließ – Remis nach langem Kampf.

Damit blieb der Mannschaftskampf bis zum Schluss spannend. Beim Stand von 4:3 für uns lief nur noch eine Partie.

Und die hatte es in sich.

Anna Endreß spielte am Spitzenbrett ein Endspiel mit Qualität mehr. Technisch anspruchsvoll, nervenaufreibend – und mit der gesamten Mannschaft im Rücken. Zug um Zug verwertete sie ihren Vorteil, bis schließlich kein Zweifel mehr blieb: Der Punkt ging nach Heimersheim.

5:3 Auswärtssieg.

Ein Ergebnis, das vielleicht knapp aussieht – aber nach diesem intensiven Wettkampf umso schöner ist.

Damit sind unsere Schachbären Tabellenführer der Abstiegsrunde. Doch entschieden ist noch nichts.

Ein großes Dankeschön auch an unsere fairen Gastgeber aus Bodenheim für den spannenden Wettkampf und die angenehme Atmosphäre. Eine besonders nette Geste: Während der langen Schlussphase wurde Anna am Spitzenbrett sogar noch einmal der Kaffee nachgeschenkt.

Auch abseits der Bretter gab es gute Gespräche. Wir haben uns mit den Bodenheimern über Jugendarbeit und die allgemeine Situation der Vereine in Rheinhessen ausgetauscht. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig die Nachwuchsarbeit für die Zukunft des Schachs ist.

Wir selbst haben dabei unseren klaren Fokus auf die Jugendarbeit in Heimersheim betont. Umso erfreulicher war zu hören, dass auch die Bodenheimer mit rund 15 Jugendlichen bereits eine starke Basis für die kommenden Jahre aufgebaut haben. In Zeiten, in denen vielerorts vom Vereinssterben gesprochen wird, ist das ein wirklich ermutigendes Zeichen für die Zukunft unserer Vereinslandschaft.

Am 26. April wartet das letzte Saisonspiel – zu Hause gegen Kreuznach III. Auch dort wird wieder voller Einsatz nötig sein, um den Klassenerhalt endgültig zu sichern. Und eines ist sicher: Die Kreuznacher werden uns nichts schenken. Wie auch in den letzten Jahren werden wir den Saisonabschluss anschließend wieder für ein gemeinsames Zusammensein bei Speis und Trank nutzen und die Höhepunkte der Saison Revue passieren lassen.

Die Bühne für ein spannendes Saisonfinale ist also bereitet. 🐻♟️

Und wie heißt es im Schach so treffend:
„Gewonnen ist eine Partie erst dann, wenn der Gegner keine Züge (wir reden hier von Matt) mehr hat – und manchmal auch erst dann, wenn die Mannschaft zusammenhält.“

Bleibt gesund und bleibt am Brett!
Eure Schachbären Heimersheim 🐻♟️

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