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Rheinland-Pfalz-Meisterin 2026 🏆 – Greta Marileen

Greta Marileen startet in Wittlich durch

Es war schon toll, als Greta Marileen (kurz: GM – für was steht diese Abkürzung noch? 😉) im Januar Rheinhessenmeisterin wurde. Doch leider spielten Jungen und Mädchen in einer Gruppe zusammen, und es gab keinen Pokal für das beste Mädchen.

Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in der Hasenmühle in Wittlich (21. + 22. März 2026) gab es getrennte Gruppen und Pokale für die jeweils besten Sechs. Vielleicht könnte GM trotz einiger bärenstarker Spielerinnen aus dem Rheinland und der Pfalz einen solchen ergattern. Die stärkste Spielerin kam aus Wittlich selbst und hatte vor dem Turnier ca. 400 DWZ-Punkte mehr auf dem Konto als Greta.

Die Hasenmühle Wittlich – ein toller Ort für die U10-Meisterschaften 🌞

Hier richtete der SC Wittlich 2017 die Deutsche Familienmeisterschaft aus und konnte bereits Erfahrung bei der Durchführung großer Veranstaltungen sammeln.

Die Verpflegung übernahmen Mitglieder des SC Wittlich, die an diesen zwei Tagen kaum Wünsche offenließen. So gab es neben belegten Broten und selbstgebackenem Kuchen auch eine Grillhütte, in der Würstchen gegrillt und Pommes frittiert wurden. Außerdem gab es reichlich kalte und warme Getränke.

Ein Gartenschach und Tische mit aufgedruckten Schachbrettern sorgten für genügend Möglichkeiten, die Wartezeiten zu verkürzen. Alles super! Für einen weiteren Superlativ sorgte das Wetter, das an diesem Wochenende phantastisch war. Die Schachfreunde des SC Wittlich besorgten Gartenstühle, sodass man entspannt die Sonne genießen konnte.

Anspruchsvoller Zeitplan, starke Turnierleitung ♟️

Der Zeitplan, der sieben Spiele in zwei Tagen (!) vorsah, war sehr anspruchsvoll. Die professionelle Turnierleitung um Frank Görgen (Einzelspielleiter SJRP), Dr. Ludwig Peetz (1. Vorsitzender SJRP) und Paul Adam hatte den Ablauf sehr gut im Griff.

 

Um die vier Spiele am ersten und die drei Spiele plus Siegerehrung am zweiten Turniertag zu bewältigen, bedurfte es einer besonderen Bedenkzeit. Diese betrug 55 Minuten plus 5 Sekunden Zusatz pro Zug. Das sollte bei einem Zwei-Stunden-Rhythmus bei der U10 ausreichen. Üblicherweise.

Doch es gab Ausnahmen an diesen beiden Tagen. Bereits in der zweiten Runde wurde an einem Mädchenbrett noch gekämpft, während die anderen bereits ihre Freizeit genossen.

 

Auch bei den Jungs gab es in fast jeder Runde „Langspieler“. Auf die Spitze trieben es wiederum die Damen in der fünften Runde. Sonntagmorgen hatte diese pünktlich um 9 Uhr begonnen. Es war bereits 11 Uhr (Beginn der sechsten Runde), als die beiden Mädchen, die am Ende Platz 1 und 2 belegten, in beiderseitiger Zeitnot noch spielten. Dadurch begann die sechste Runde mit einiger Verzögerung. Die beiden Spielerinnen durften noch eine Viertelstunde Pause machen, was dann auch die jeweiligen Gegnerinnen betraf. Diese Partie war von so hoher Qualität, dass Frank Görgen dies lobend erwähnte.

Vor der Schlussrunde wurde es dramatisch 😮

Vor der Schlussrunde wurde es bei der U10w ganz besonders spannend. Von 14 Teilnehmerinnen hatten nach 6 Spielen sieben (!) vier Punkte auf dem Konto. Wann hat man so etwas jemals bei einer U10-Veranstaltung erlebt?

Für die Begleiter der Spielerinnen war das natürlich sehr schwer, da sie alle bis zum Ende der Spiele draußen bleiben mussten. Während bei den Jungs nach dem Ende der Schlussrunde alles klar war, musste die Turnierleitung wegen der U10w „nachsitzen“, um die Siegerin zu ermitteln.

Es gab drei Mädchen mit je 5 Punkten, also mussten die Feinwertungen herangezogen werden. Selbst nach der ersten Wertung gab es noch zwei Spielerinnen, die gleichauf lagen. Erst durch die Zweitwertung zeigte sich, dass Greta Marileen Hoffmann einen hauchdünnen Vorsprung vor Eva Koniushina hatte.

Glückwunsch, Greta Marileen! 🐻🏆

Endstand U10w nach 7 Runden

Rg. Name DWZ Verein/Ort Pkt. Wtg1 Wtg2
1 Greta Marileen Hoffmann 795 Sfr. Heimersheim 5 25 16,5
2 Eva Koniushina 1192 SC Wittlich 1947 e.V. 5 25 15,5
3 Vera Weißhaar 809 SK Gau-Algesheim 5 24 15,5
4 Jania Mehrabi 765 SC Pirmasens 1912 4,5 27,5 16,25
5 Alea Fink 740 SC Heimbach-Weis/Neuw. 4,5 26,5 14,25
6 Günes Göl 824 SF Ochtendung e.V. 4 26,5 12,5
7 Daniela Merker 959 SC Mackenbach 4 26 11
8 Emilia Kuchto 0 SK Maxau-Wörth 4 22 9
9 Alessia Meier 0 Kreuznacher SV 1921 e.V. 3 22 5
10 Emilia Döring 757 Schachkreis Altenkirchen 3 21,5 4
11 Katharina Seidel 743 SV Multatuli Ingelheim e.V. 3 20 5
12 Eszter Gyácsok 742 SV Multatuli Ingelheim e.V. 2 21 2
13 Emily Braginets 759 SC ML Kastellaun 2 19 3
14 Eva Kauth 0 SF 1958 Bitburg e.V. 0 20 0

Fotos 📸

(Fast) alle Teilnehmer

Die Sieger

 

Weitere Eindrücke aus Wittlich


Neben den Pokalen für die ersten sechs gab es einen Sachpreis für jeden.

Blicke in den Turniersaal

Dies war wirklich ein Turnier der Superlative. Ein besonderer Dank gilt – neben der Turnierleitung – den zahlreichen fleißigen Helfern des SC Wittlich, die jederzeit für die Zufriedenheit der Anwesenden sorgten. Ein weiterer Dank gilt dem Wetter, das das Rahmenprogramm sehr angenehm gestaltete. Hoffentlich dürfen wir mal wieder an diesem idyllischen Ort eine schachliche Veranstaltung genießen.

Besondere Dramatik 🔥

Auf die besonders dramatische Partie der fünften Runde wurde oben bereits hingewiesen. Da der Verfasser dieses Berichtes – im Gegensatz zu anderen Erwachsenen – als offizieller Fotograf den Turniersaal betreten durfte, kam er in den Genuss, erstmals zwei U10-Spielerinnen in beidseitiger Zeitnot beobachten zu können.

Greta war, nicht zum ersten Mal, in Zeitnot und näherte sich gerade der 10-Minuten-Marke. Ihre Gegnerin Eva, die Turnierfavoritin mit fast 1200 DWZ-Punkten, hatte allerdings weniger als vier Minuten. In dieser hochdramatischen Phase hatte Greta die stärkeren Nerven und blieb bis zum Ende hochkonzentriert.

In der folgenden Stellung hatte Schwarz am Zug (Eva) weniger als zwei Minuten Restzeit, und es gab nur fünf Sekunden pro Zug hinzu:

An dieser Stellung sieht man deutlich, dass beide Spielerinnen gewinnen wollen. Der schwarze Freibauer wirkt sehr bedrohlich, doch auch Weiß hat mit dem Läuferpaar und den aktiven Türmen Angriffspotential. Tfd8 oder Sf6 sollte ausgleichen, und weiterhin wären drei Ergebnisse möglich. Doch offenbar wollte Eva in Zeitnot einen schnellen Sieg und zog Sb4, was den Bauern d3 flott macht und nach dessen Zug die Gabel auf d3 droht.

Eine schlaue Idee – doch Weiß kommt, und mahlt, zuerst. Greta, mittlerweile ebenfalls in Zeitnot, fand innerhalb weniger Sekunden den Gewinnzug. Es folgt das Drama in drei Akten:

In wenigen Sekunden entschied sich in dieser Partie letzten Endes die Meisterschaft, was zu dieser Zeit natürlich noch niemand wusste. In obiger Stellung hat Greta nicht nur einen Turm mehr, sondern alle weißen Figuren sowie die beiden vorgerückten Bauern bedrohen den schwarzen König, während dem weißen nichts droht. Bald war Matt nicht mehr zu verhindern – und die Partie entschieden.

Greta hatte noch etwa anderthalb Minuten auf der Uhr, Eva 0.
Was für ein Krimi!

Die Ladys waren am Ende nach diesem Drama. Aber auch die Turnierleitung hatte es nicht leicht, denn nun mussten schnellstens die Paarungen der nächsten Runde ausgelost werden.

Anekdoten 😊

1. Der Fotograf, „zufällig“ auch Gretas Jugendleiter, konnte den Schachkrimi hautnah miterleben. Nach Gretas Sieg brach Eva in Tränen aus und rannte weinend hinaus. Ihr Betreuer beschloss, Eva zu trösten, da sie ihm leid tat. Greta war vollkommen einverstanden, weil auch sie Mitleid hatte. Eine sehr gute Eigenschaft: am Brett unerbittlich, aber menschlich immer anständig, ohne jede Häme.

Tatsächlich konnte sich Eva wieder fangen, gewann ihre letzten beiden Partien und wurde Zweite. In der letzten Runde gewann sie gegen Günes Göl, die noch Aussichten auf einen Spitzenplatz hatte. Und tatsächlich hätte Günes bei einem Sieg Greta mit einem halben Buchholzpunkt überflügelt. Dies führte Gretas Vater zu der Annahme:
„Greta wurde nur Meisterin, weil du Eva Koniushina aufgebaut hast. War das dein Plan?“
Das war zwar nicht ernst gemeint, aber es ist nie verboten, eine Verliererin zu trösten – was auch immer dabei herauskommen mag.

2. Am zweiten Tag spielte ein Junge in der Mittagspause am nahegelegenen Bach. Es kam, wie es kommen musste: Er fiel ins Wasser. Bei diesem Wetter war das kein Problem. Während es sein Vater am liebsten verschwiegen hätte, lief der Junge durch die Menge und verkündete lautstark:
„Ich habe gerade im Fluss gebadet.“ 😄

3. Ein Mädchen ging nach der letzten Runde auf ihren Vater zu, mit hängendem Kopf und Trauerblick. Ihr Vater wollte sie gerade trösten, da straffte sie sich und rief:
„Gewonnen!“
So eine Gaunerin! 😄

Herzlichen Glückwunsch! 🏆🐻 Greta Marileen!

Was für ein schöner Pokal.

Zum Schluss gratulieren die Schachfreunde Heimersheim ihrer Rheinland-Pfalz-Meisterin Greta Marileen noch einmal ganz herzlich zu diesem fantastischen Erfolg. Der ganze Verein hat mitgefiebert und sich riesig über diesen tollen Titelgewinn gefreut. 🏆🐻

Ein ganz besonderer Dank gilt auch unseren Jugendleitern, allen voran Thomas Klein und Harry Maibaum, die sich mit viel Herzblut für unsere Jugend einsetzen und solche Entwicklungen überhaupt erst möglich machen. Vielen Dank für euer großes Engagement! ♟️👏

Bleibt gesund!
Eure Schachbären Heimersheim

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